Geh deinem Körper aus dem Weg: Wie Daueraktivität Heilung blockiert
Viele Frauen nach Krebs kennen das: Sie tun alles, um ihren Körper zu unterstützen. Sie planen, optimieren, kontrollieren, recherchieren, probieren aus – alles in bester Absicht. Doch dabei übersehen wir oft eine wichtige Wahrheit: Daueraktivität kann Heilung blockieren.
Der Körper braucht Phasen, in denen er einfach sein darf. Zeiten, in denen kein Tun verlangt wird. Zeiten, in denen er aus sich selbst heraus regulieren kann.
Warum ständiges Tun den Körper stressen kann
Wenn wir ununterbrochen handeln – sei es durch Bewegung, Therapien, Supplements oder ständiges Überprüfen der Symptome – bleibt das Nervensystem im Sympathikus-Modus, dem Teil des Körpers, der für Alarm, Stress und Überleben zuständig ist.
In diesem Zustand passieren bestimmte Dinge schlichtweg nicht:
Verdauung wird verlangsamt
Nährstoffaufnahme wird eingeschränkt
Schlafqualität leidet
Zellreparatur und Regeneration laufen nur eingeschränkt
Das heißt: Je mehr wir versuchen, den Körper zu „helfen“ durch Aktivität, desto weniger Raum geben wir ihm, seine eigenen Regulationsmechanismen zu nutzen.
Beispiel:
Mara, 52, war nach der Krebsbehandlung ständig beschäftigt – Yoga, Supplements, Ernährungspläne, Check-ups. Trotz aller Maßnahmen fühlte sie sich erschöpft und unruhig. Sie hat gespürt, dass ihr Körper „nie ankommt“. Erst als sie begann, bewusst Zeiten einzubauen, in denen sie nichts tat, spürte sie Entspannung, bessere Verdauung und weniger Schmerzen. Ihr Körper konnte sich endlich selbst regulieren.
Wie Daueraktivität den Heilungsprozess blockiert
Das Nervensystem arbeitet nach dem Prinzip: Alarm = keine Regeneration. Solange der Körper denkt, dass er ständig handeln muss, bleibt er im Alarmmodus. Heilungsprozesse brauchen jedoch:
Ruhe und Sicherheit
langsames, entspanntes Atmen
phasenweise Entspannung von Muskeln und Organen
die Erfahrung, dass nichts Schlimmes passiert, wenn man innehält
Wer ständig „hilft“ oder „optimiert“, gibt dem Körper keine Chance, diese Sicherheit zu erfahren. Es entsteht ein Kreislauf: Daueraktivität → Alarmmodus → fehlende Regeneration → weitere Aktivität.
Strategien, um dem Körper aus dem Weg zu gehen
Bewusste Pausen einplanen: Nicht jede Stunde muss produktiv sein.
Nichts-tun üben: Leg Momente fest, in denen der Körper einfach sein darf.
Atem und Körperwahrnehmung: Sanftes Spüren ohne Bewertung.
Akzeptanz statt Kontrolle: Beobachte Signale, ohne sie sofort „lösen“ zu müssen.
Diese Strategien helfen, den Körper aus dem Dauerstress zu holen und das Nervensystem in einen Ruhemodus zu bringen.
Fazit
Ständiges Tun aus Sorge oder Kontrolle hindert den Körper daran, sich selbst zu regulieren. Heilung geschieht nicht durch ständige Aktivität, sondern durch Sicherheit, Ruhe und Erfahrung von Ankommen. Dem Körper aus dem Weg zu gehen bedeutet nicht, untätig zu sein – es bedeutet, Raum zu schaffen, in dem der Körper seine natürlichen Heilungsprozesse aktivieren kann.
Wenn du merkst, dass dein Körper nie richtig ankommt und du lernen möchtest, wie du ihm mehr Raum und Sicherheit geben kannst, lade ich dich herzlich zu einem kostenlosen Erstgespräch ein. Gemeinsam schauen wir, wie dein Nervensystem wieder Ruhe und Stabilität erleben kann.